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Freitag, 6. Mai 2011

isibless - 5G & Pass: Talentförderung mit Jens in S'wellingen/Neuler

Der reiterliche Nachwuchs wird im IPZV schon seit Jahren nach Kräften gefördert - in den Landesverbänden und ebenso auf Bundesebene. Diese vorbildliche Arbeit und die entsprechenden Erfolge unserer "Young Riders" finden dementsprechend auch im Ausland immer wieder große Beachtung, und das neueste Anschauungs-Modell ist eine Talentförderung in den Bereichen Fünfgang und Passreiten.

Jens Füchtenschnieder, seines Zeichens nicht nur IPZV-Ausbilder, sondern auch selbst leidenschaftlicher Mehrgang- und Passreiter, hat sich bereiterklärt, in diesem Jahr eine Reihe von Terminen im gesamten Bundesgebiet wahrzunehmen, um die Trainingstage im Sinne einer Talentförderung genau in diesem Themenkomplex mit Leben zu erfüllen. Ausgebucht war schon Anfang März sein Kurs auf dem Kronshof, und nach etlichen weiteren Angeboten "rundherum" standen aktuell zwei weitere Einheiten in Saarwellingen und in Neuler auf dem Programm.

„Selten liegt das Problem im Rennpass selbst!“ Damit öffnete Füchtenschnieder den Blick der Kursteilnehmer an beiden Veranstaltungsorten auf den Pass als Bestandteil der kompletten Gangschaltung des Islandpferdes. Immerhin stehe die fünfte Gangart nicht isoliert für sich, sondern man müsse über die anderen Gänge dorthinarbeiten und vom Pass dann auch wieder z.B. bei der Tempoverringerung zum Rest des Gangpakets zurückkehren können.

Und so erörterte Jens genau die richtige Gangverteilung zunächst in Saarwellingen mit mehr als einem Dutzend an Teilnehmern aus dem Rheinland, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Nach der Vorstellungsrunde war es die Aufgabe der Reiter, nicht nur auf ihre eigenen Stärken und Schwächen einzugehen, sondern ihre Pferde möglichst gut und detailliert zu beschreiben. Soetwas war natürlich auch für Jens wichtig, wollte er sich gleichermaßen für die unerfahrenen wie für die routinierten Passreiter und für ihre Pferde vom eigentlichen Töltpreis-Kandidaten über Rennpass-Neulinge bis zum vermeintlichen "Schweinepasser" jeweils ganz individuell etwas einfallen lassen.

Im Rahmen ausführlicher Unterrichtseinheiten stellten die Reiter ihre Pferde zunächst selbst vor - im Sinne einer Fünfgangprüfung auf der Oval- und im klassischen "Geradeaus-Highspeed" auf der Passbahn -, einige der Vierbeiner probierte Jens auch selbst aus und konnte anschließend die passenden Tipps geben. "Rittigkeit, Reaktionen, lockerer Tölt, kontrollierter Rechts- und Linksgalopp - das war anspruchsvoll, aber auch enorm lehrreich", fand Teilnehmerin Annabell Steuer. "Wir konnten richtig viel lernen und eben nicht nur in Theorie und Praxis über den Rennpass selbst, sondern auch über dessen Einfluss auf die anderen Gangarten wie auch über den Einfluss der anderen Gangarten auf den Rennpass", kommentierte sie das Training voller Zufriedenheit.

Nach dem langen Tag gab's am Stübchen des Reit- und Fahrvereins Saarwellingen, Gastgeber der ersten WM-Sichtung des IPZV in dieser Saison vom 20.-22. Mai, dann auch noch zur Stärkung reichlich Gegrilltes und erfrischende Getränke - ein gemütlicher Ausklang dieses gelungenen Förderprogramms.

Rund 340 Kilometer östlich von Saarwellingen kommt man von der Autobahnausfahrt Ellwangen ins schöne Neuler und zur Reitanlage des Islandpferde-Vereins Sleipnir. Unter der Ägide von Theo Kollmannthaler hat sich hier in den letzten Jahren einer der wohl besten Islandpferde-Standorte im Süden unserer Republik entwickelt, und gerade die Beliebtheit der alljährlichen Turniere (2011 steigt dort am letzten Juni-Wochenende die Süddeutsche Meisterschaft) spricht Bände.

Jens Füchtenschnieder war vom heimischen Mönchhof angereist und stand auch hier wieder als Theorie- und Praxis-Experte bereit. Diesmal kamen seine Schützlinge aus den Landesverbänden Baden-Württemberg und Bayern. Abermals gelang es dem erfolgreichen Islandpferde-Routinier aus dem Nordschwarzwald, so manchem Teilnehmer die Scheu vor dem Rennpass zu nehmen, indem er einerseits mit großer Fachkenntnis, aber eben auch mit ganz individuellem Einfühlungsvermögen und der ruhigen Einzel-Beschäftigung jedem Reiter und dessen Pferd den Weg zum Pass als dynamisches Gebilde näherbrachte und die jeweilige Herausforderung damit lösbar werden ließ.

"Wir wollen erreichen, dass sich im ganzen Lande mehr Reiter wieder trauen, Fünfgang und Pass zu reiten", erklärte Jens gegenüber isibless, "und da bin ich dann natürlich auch gern dabei, wenn ich mit solchen Trainings an der Basis einen Beitrag leisten kann. Der Pass sowohl auf der Oval- wie auch auf der Passbahn macht einfach irre viel Spaß, und wenn es uns gelingt, das auch zu vermitteln und es nicht immer so aussieht, als sei das 'Passreiten auf den Punkt' ein Problem, sondern wir den Weg dahin ganz friedlich über die anderen Gänge finden, haben alle etwas davon!"

Recht hat er und das bestätigten auch noch einmal seine Teilnehmer in Neuler. Mina Schust war begeistert: "Wir haben uns wirklich gut mit allen Gängen beschäftigt und nicht nur mit dem Pass allein. Dafür habe ich zwar gleich mehrere Tipps bekommen, aber meine Villimey töltet jetzt außerdem gleich noch viel besser als vorher." Auch Kai Anna Braun zeigte sich hochzufrieden: "Das war echt 'ne gute Mischung aus Gesprächen und praktischem Reiten, und besonders hilfreich fand ich, dass man gemerkt hat, dass sich Jens echt Mühe gegeben hat, sich mit jedem ganz individuell zu beschäftigen und die passenden Tipps zu geben. Das war kein Standard-Programm für alle, sondern er hat jedem von uns etwas ganz Eigenes beibringen können."

Felix Rosen war vom Bautzenhof nach Neuler bekommen: "Wir haben in der Gruppe ganz viel Spaß gehabt und dabei auch noch 'ne Menge gelernt. Reichlich Grundlagen-Auffrischung, dann aber auch ganz praktisch das Reaktionstraining, gezieltes Angaloppieren und solche wirklich nützlichen Dinge. Davon habe ich mit Tindur auch direkt profitieren können, hat sich gelohnt!"

Josephine Frey hatte ihre erst 6-jährige Stute Fluga im Gepäck, und nach dem Training mit Jens haben die beiden noch besser als Team zueinandergefunden: "Mein Pferd ist ja noch gar nicht so alt, da ist das für uns noch relativ viel Neuland gewesen, aber Jens hat uns wirklich sehr gut die Grundlagen erklärt, und wir haben es hinbekommen, uns im Tölt und in der Gelassenheit beim Schritt zu verbessern und außerdem noch eine gute Passvorbereitung zu schaffen. Das hier hat auf alle Fälle geholfen."

Bei der Bayerischen Meisterschaft auf dem Lipperthof im vergangenen Jahr war Julian Veith mit seiner Smáhildur vom Eisbach schon prima unterwegs gewesen, aber auch er wollte natürlich dazulernen: "Das mit der Passprüfung hat zwar schon ganz gut geklappt, aber gerade im Fünfgang auf der Ovalbahn mit seinen unterschiedlichen Gangwechseln möchte ich noch besser werden. Die Tipps von Jens fand ich echt gut, weil wir sie auch direkt umsetzen konnten."

Ein gutes Projekt des IPZV und eines seiner Asse - passt schon!