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Sonntag, 13. Januar 2008

Winterseminar 2008

The importance of the half-halt

oder: Stian Pedersen und Bent Rune Skulevold zu Besuch auf dem Wiesenhof beim Jugendkader Baden-Württemberg

"Hello, I’m Stian Pedersen from Norway…". So begrüßte Stian Pedersen seine Zuhörer des Baden – Württembergischen Jugendkaders auf dem Wiesenhof. Dies war der Auftakt zur Saison 2008. Für das Winterseminar hatte Dani Gehmacher zwei Themengebiete ausgewählt und dazu drei hochkompetente Referenten ausgewählt. Stian Pedersen und Bent Rune Skulevold präsentierten uns ihr Verständnis von der Arbeit mit dem Pferd in praktischer und theoretischer Form. Die Sportpsychologin und Olympia-Medaillengewinnerin Dr. Gaby Bußmann brachte uns die Wichtigkeit und die Methoden des Mentaltrainings im Reitsport näher.

Bent Rune ist selbst erfolgreicher Reiter gewesen, heutzutage kennt man ihn als Sportrichter auf internationalen Wettbewerben. Stian und Bent Rune arbeiten seit langem zusammen, unter anderem bei der erfolgreichen Ausbildung des Pferd-Reiter-Paares Jarl und Stian, deren Erfolge in dem Gewinn von Viergang – und Töltpreis auf der WM 2007 gipfelten.

Es begann theoretisch: Mit gut vorbereiteten Präsentationen informierten sie uns über ihre sogenannten „core qualities“, die Eckpfeiler ihrer Denkweise zur Pferdeausbildung. Wichtig hierbei ist ihnen vor allem das Verständnis für das Wesen des Pferdes. Schlüsselwörter ihres Vortrags waren beispielsweise „thought aids“, „reading the horse“, „combining of the aids“ oder „developing the feeling of the rider“. Acht Reiter durften ihre Pferde mitbringen, um das theoretisch Erlernte in die Praxis umzusetzen. Wer gerade nicht ritt, bekam von Bent Rune die wichtige Aufgabe des „observers“ übertragen. Bent Rune und Stian wechselten die Rollen als „observer“, Kommentatoren oder Reitlehrer. Wer nun glaubte neue Übungen kennenzulernen, wurde rasch eines Besseren belehrt. „Back to the basics“ lautete das Motto. So wurden vor allem die halben Paraden oder auch “half-halts” und das Zusammenwirken der Hilfen in korrekter Form ausdauernd geübt und beobachtet. Kritik wurde in sehr positiver und konstruktiver Form geäußert und es wurde darauf geachtet, dass das Pferd nach einer besseren Leistung eine Belohnung in Form von einer Pause oder einem nachgegebenen Zügel erhielt. Viel mehr wurde nicht gemacht, aber das war auch genug! Die Fortschritte, die man bei jedem Pferd-Reiter-Paar am nächsten Tag beobachten und erfühlen konnte, sprachen für sich und konnten in die anderen Gangarten mitgenommen werden. Die meistgehörten Verbesserungsvorschläge lauteten: „Lighten the seat!“, „Open the knees!“, „Loose the reins!“ oder „Hands to the ’Bauchnabel’!“. Theorie und Praxis wechselten sich im Laufe der zwei Tage ab. So ritt Bernhard den Hengst Högnuđur vom Wiesenhof und seine Stute Fenna vom Wiesenhof mit gutem Stil zur Demonstration vor unter Kommentierung der Kursleiter. Dann ritt Stian Hákon vom Wiesenhof und eine Fünfgangstute. Während er ritt, besprach er, was er gerade mit dem Pferd erarbeitete und was ihm dabei wichtig war. Durch seinen geschmeidigen Reitstil und seine Harmonie mit dem Pferd wurde es für die aufmerksamen Jugendlichen selbstverständlich, seinen Prinzipien Glauben zu schenken. Sein positiver Umgang mit dem Pferd äußerte sich auch im sofortigen Absitzen nach der Arbeit, dem Überschlagen der Bügel und dem Umherführen des verschwitzten Pferdes, während er noch weiter kommentierte. Wie bereits nach seinem WM – Erfolg geäußert, lautet seiner Meinung nach für den Reiter das Motto: „Never give up and believe in yourself!“

Dieses Selbstvertrauen war auch wichtiger Bestandteil des Vortrags von Frau Dr. Gaby Bußmann, welche unter anderem die deutsche Vielseitigkeitsequipe auf den Weltreiterspielen in Aachen begleitete. Auch andere olympische Kader und Hochleistungssportler lassen sich von ihr beraten. In einem spannenden Vortrag mit anschaulichen Beispielen aus dem Spitzensport überzeugte sie uns von den Einsatzmöglichkeiten und der Wichtigkeit des Mentalen Trainings. Der Vortrag verwandelte sich in eine offene Diskussion, in deren Verlauf die Teilnehmer persönliche Erlebnisse einbrachten und Lösungsansätze erhielten. Im Anschluss an die gemeinsame Diskussion bot Frau Dr. Bußmann noch Einzelgespräche an, um sich mit individuellen Problemen der jugendlichen Turnierreiter zu beschäftigen. Einige nutzen dieses Angebot und waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Einige Impressionen aus dem Winterseminar:

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Insgesamt genossen wir kompetente Vorträge authentischer Persönlichkeiten, die uns begeistern und überzeugen konnten.

Wir danken Dani für die Auswahl der Themen und der Lehrer, dem Gästehaus für die Unterbringung und vorzügliche Verpflegung und dem Wiesenhof für die Gastfreundschaft!

Für unsere reichhaltige, chice, neue Ausstattung möchten wir den Sponsoren, Katrin Leuze für die Organisation, Andrea Stühler für die geduldige Hilfe beim Anprobieren und Linda Meier-Streule für Organisation im Hintergrund danken!

Und zu guter letzt konnten wir dank des Wiesenhof – Partyteams wieder einmal einen schönen, langen Samstagabend verbringen!

Lixhof/Stimpfach, 13.Januar 2008

 

Meike Unser, Svenja Braun